#16, Honeysuckle - Die Vergangenheitsblüte

Vom Schwelgen in der Vergangenheit zu den Chancen der Gegenwart 

Hase im Pfeffer:            

In der Vergangenheit behaftet

 

Wo die Reise hingeht:

 Die gute Erkenntnis, der Fehler ist die Grundlage für das folgende Gute

Mit Vergangenem abschließen

Neues annehmen und willkommen heißen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden

Das Hier und Jetzt genießen

Verstand und Gefühl in den Einklang bringen

 

Symptome im blockierten Zustand:

Heimweh

Übertriebene Nostalgie

Wehmut

Probleme, sich in neue Situationen und/oder Umgebung einzufinden

Zurückgezogenheit

 

Körpersprache/Gestik:

 ·            Narbenschmerzen, verhärtete Narben

 Herzbeschwerden

 Trauergefühle

 Verluste, Trennungen

 Heimweh (Landschulheim, Umzug, Dienstreise)

Alternde Haut

Verlust der jugendlichen Spannkraft (und Kleidergröße 36)

 

Ich bekenne mich: ich bin ein Honeysuckle! Kein 100 prozentiger, aber ansatzweise sicherlich!

Eine kleine eheliche Episode.

Ratlos stehe ich vor meinem Kleiderschrank. Es geht nicht um die Frage, was ich anziehen soll, es geht darum, wo ich die neuen Kleidungsstücke verstauen soll. Sie ahnen gar nicht, wie viel Platz eine dünne Seidenbluse beansprucht, wenn keiner mehr da ist. Nachdem ich erkannte, dass es ein aussichtsloses Unterfangen war, beschloss ich kurzerhand  die Schrankhälfte meines Mannes zu anektieren. Aber ich wurde jäh eingebremst. „Entweder Du entrümpelst deinen Schrank oder ich mache es!“. Ich kenne ihn, was er macht, macht er gründlich – so leerte ich den Schrank schweren Herzens selbst. Das Tanzstundenkleid (Größe 36, ach, das waren noch Zeiten!), der erste Langlaufanzug (Größe 36,...), das Nachthemd das ich bei der Geburt meines ersten Kindes in der Klinik dabei hatte (Größe: Familienzelt), Hippie-Klamotten... ein ganzes Leben zog an mir vorbei als die Stücke in den Sammelsack steckte.

Und siehe da: Plötzlich war da Platz für die neue Bluse!

Oder aber als ich den Christbaum 2 Tage vor Ostern entsorgte – das Weihnachten war gar zu schön!

Joana, eine Liedermacherin mit herrlich sündiger Stimme und spitzer Zunge, beschrieb dieses Phänomen mit den Worten: „Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr?“ Wenn Sie irgendwo die Gelegenheit haben, diesen Honeysuckle-Song zu hören: Es ist die perfekte Analyse für diesen Menschenschlag! (Ich konnte ihn jetzt dank des genialen Mediums "PC" den Song am Ende des Blogs einfügen, habt Freude).

Früher war alles viel besser: Da waren Mägde noch Mägde, Herren noch Herren, da herrschte Zucht und Ordnung, man war adligen Geblüts, lebte in einem Herrschaftshaus, hatte Gesinde, die Moral war noch eine viel bessere, das Brot schmeckte besser, das Geld war mehr wert, usw. und so fort.

Die Erinnerungen sind dermaßen intensiv, dass man völlig vergisst, dass da auch nur mit Wasser gekocht wurde, dass es da auch Probleme gab.

So zu denken ist sicherlich eine Weile in Ordnung - und doch verbaut uns diese Denkweise den Genuss und die Freude am Hier und Jetzt.

Sicher war es schön, als die Kinder noch klein waren, sie an unserer Hand gingen, man im Grünen wohnte. Aber birgt es nicht auch Chancen, wenn sie sich plötzlich zu unseren besten Freunden und Vertrauten verwandeln, mit Erinnerungen, die man teilen kann, mit Momenten, die man genießen kann, mit einer Zukunft auf die man sich gemeinsam freuen kann? Auch wenn man sie vielleicht auf getrennten Wegen geht? Ohne Trennung gäbe es kein Wiedersehen.

Und das gilt im diesem und im zukünftigen Leben.

Viele Menschen hängen in Gedanken einer Liebe nach, die aus irgendwelchen Gründen beendet wurde. Ein gewisser Trauerprozess ist notwendig. Aber dieser sollte im Rahmen bleiben.

Irgendwann ruft uns das Leben. Und diesem Ruf müssen wir dann folgen.

Die ersten Schritte fallen dann sicherlich schwer, Es ist, als ob ein kleiner Mensch die ersten Schritte wagt (und das sind wir in diesem Moment, wir fühlen uns wie „neugeboren“, noch unsicher, wacklig auf den Beinen, aber mit neuer Energie, die uns durchflutet).

Dies geht am besten wenn man sich auf jemanden verlassen kann, der eine qualifizierte Hilfestellung gibt, der uns auffängt, wenn wir stolpern: Der Partner, die Partnerin, vielleicht (wahrscheinlich...) sogar die Kinder, eine enge Freundin, ein enger Freund, die Eltern, Psychotherapeuten, Psychiater, Telefonseelsorge, es gibt so viele ausgestreckte Hände – nur: ergreifen müssen Sie solch eine Hand schon selbst!

Vergleichen Sie Ihr Leben mit meinem Kleiderschrank. Indem wir loslassen, schaffen wir Platz für Neues.

Wagen Sie mal was Neues: ein neues Hobby, neue Bekannte, eine neue Wohnung, oder eine neue Arbeitsstelle. Sie ahnen gar nicht welch ein Füllhorn unser Leben ist.

Und wie viele Chancen der Schnee vom vergangenen Jahr zudeckt!

Entrümpeln auch Sie, oder, etwas prosaischer nach Rabindranath Tagore:

„Schöne Tage – nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie gewesen.

 

Der Weg zum Glück: Willst du den Weg zur Freude gehen? Dann zieh dir die Schuhe des Vertrauens an, die Jacke der Zuversicht, setz dir den Hut des Mutes auf und steck dir die Schlüssel der Geduld und der Gelassenheit in die Tasche, mit denen du die Türen zum Glück öffnest. (Hans Kruppa)

https://www.youtube.com/watch?v=abD9Vu2v5f4 

 

Affirmation:

Ich bin dankbar für das was war – aber ich freue mich auch auf das was kommen wird. Durch das Loslassen schaffe ich Platz für Neues.

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